Medizinische Durchbrüche erfolgen immer schneller – aber werden neue Behandlungsmethoden auch Patienten erreichen?
Künstliche Intelligenz (KI) beschleunigt die Forschung. Die personalisierte Medizin entwickelt sich vom Versprechen zur Realität. Neue Behandlungsmethoden erweitern die Grenzen dessen, was die Medizin leisten kann.
Eine neue Studie der Zurich Insurance Group (Zurich) mit dem Titel «Beyond 2030: The Future of Life Sciences» argumentiert jedoch, dass die grössten Herausforderungen der Branche zunehmend erst nach der Entdeckung entstehen. Die Frage ist nicht mehr nur, ob Unternehmen bahnbrechende Innovationen entwickeln können, sondern ob sie diese in grossem Massstab unter Beweis stellen, produzieren, finanzieren und sicher bereitstellen können.
Der Bericht kommt auf der Grundlage von Interviews mit Branchenexperten sowie einer Umfrage unter Fachleuten zum Schluss, dass Erfolg im kommenden Jahrzehnt ebenso sehr von den Rahmenbedingungen für Innovation abhängen wird wie von der Wissenschaft selbst. Produktionskapazitäten, verlässliche Daten, regulatorische Verfahren, Finanzierungsmodelle und tragfähige Partnerschaften werden zu entscheidenden Faktoren dafür, ob bahnbrechende Innovationen letztendlich die Patienten erreichen.
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Im Bereich Life Sciences schreitet die Innovation immer schneller voran, doch damit nehmen auch die damit verbundenen Risiken und Komplexitäten zu. Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen kritische Abhängigkeiten erkennen, Widerstandsfähigkeit aufbauen und die regulatorischen, technologischen und betrieblichen Herausforderungen zwischen Entdeckung und Markteinführung bewältigen können.
Penny Seach, Chief Underwriting Officer International, Zurich Insurance Group
Vier bestimmende Trends in der Life Sciences Branche
Der Bericht identifiziert vier miteinander verknüpfte Trends, die die Branche im Laufe des nächsten Jahrzehnts voraussichtlich grundlegend verändern werden.
1) Nationale Sicherheit als prägende Kraft der Innovation
Regierungen betrachten die Fertigungsindustrie, Gesundheitsdaten und kritische Technologien zunehmend als strategische Ressourcen. In einem Umfeld, in dem die Handelspolitik und geopolitische Spannungen den Zugang zu diesen Kapazitäten umgestalten, werden Fragen danach, wo Innovationen entstehen und wer an ihnen teilhaben kann, zunehmend zu strategischen statt zu wissenschaftlichen Themen.
2) Schnellere Entdeckungen, doch weiterhin langwierige Funktionsnachweise
Zwar beschleunigt die KI die Entdeckung, doch wissenschaftlicher Fortschritt ist lediglich der Anfang. Ob Innovationen letztendlich die Patienten erreichen, hängt entscheidend von klinischen Nachweisen, behördlichen Zulassungen, der Produktion und der Vergütung ab.
3) Gesundheitsversorgung ausserhalb der Grenzen traditioneller Einrichtungen
Die Gesundheitsversorgung erfolgt zunehmend über vernetzte Geräte, digitale Plattformen und Tools, die Patienten selbst verwalten. Dies eröffnet Patienten neue Möglichkeiten, wirft aber gleichzeitig wichtige Fragen hinsichtlich Verantwortlichkeit, Cybersicherheit und Data Governance auf.
4) Neue Geschäftsmodelle für Einmaltherapien
Immer mehr Therapien erzielen mit nur einer einmaligen Massnahme langfristige Erfolge statt durch eine fortlaufende Behandlung. Dies birgt zwar das Potenzial für bessere Ergebnisse, zwingt Systeme und Unternehmen der Gesundheitsversorgung jedoch auch dazu, zu überdenken, wie Innovation finanziert, bepreist und vergütet werden soll.
Schaffung von Vorteilen über das Produkt hinaus
Zusammen deuten diese Trends auf einen umfassenderen Wandel hin: Wettbewerbsvorteile gehen zunehmend über das Produkt selbst hinaus. Unternehmen müssen sich daher schon früher mit den Faktoren auseinandersetzen, die darüber entscheiden, ob eine Innovation die Patienten erreicht – von der Regulierung und dem Marktzugang bis hin zur Preisgestaltung und Kostenerstattung. Zudem müssen sie sich wichtige Kapazitäten in Bereichen wie Fertigung, Daten und Technologie sichern und gleichzeitig von Anfang an Verantwortlichkeit für Entscheidungen, Daten und Ergebnisse in ihre Produkte integrieren.
Für Risikomanager bedeutet dies, dass sie verstehen müssen, wo kritische Abhängigkeiten bestehen, wie sich Störungen auf die Fähigkeit auswirken könnten, Innovationen zu entwickeln, zu produzieren oder bereitzustellen, und wo in zunehmend vernetzten Systemen die Verantwortung liegt. Da klinische, betriebliche, Cyber-, regulatorische und Lieferkettenrisiken immer enger miteinander verflochten sind, werden in den nächsten zehn Jahren diejenigen Organisationen am besten aufgestellt sein, die Einschränkungen frühzeitig erkennen, Widerstandsfähigkeit in ihre Betriebsmodelle integrieren und sich erfolgreich in einem zunehmend komplexen Geflecht aus Risiken und Wechselwirkungen bewegen.
Blick in die Zukunft
Da sich die Entdeckung beschleunigt, gehen Wettbewerbsvorteile zunehmend über das Produkt selbst hinaus. Erfolg wird immer stärker davon abhängen, wie Unternehmen kritische Abhängigkeiten bewältigen, Vertrauen über komplexe Ökosysteme der Gesundheitsversorgung hinweg aufbauen und sicherstellen, dass Innovationen Patienten sicher, nachhaltig und in grossem Massstab erreichen.
Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Life Sciences Branche mit einer aussergewöhnlichen wissenschaftlichen Dynamik in die 2030er Jahre starten. Die Organisationen mit den besten Erfolgsaussichten sind jedoch nicht unbedingt diejenigen, die die meisten Durchbrüche erzielen, sondern jene, die diese zuverlässig skalieren, finanzieren, steuern und umsetzen können.
Über die Studie
«Beyond 2030: The Future of Life Sciences» vereint qualitative Interviews mit 34 Teilnehmenden mit den Ergebnissen einer Umfrage unter 62 internen und externen Fachleuten. Im Rahmen der Umfrage wurden sowohl die wahrgenommene Schwere von 17 Risiken, denen die Branche ausgesetzt ist, als auch die Zusammenhänge zwischen diesen bewertet. Die Umfrageergebnisse spiegeln die Einschätzungen der Befragten wider; Daten Dritter sind in den Quellenangaben des Berichts ausgewiesen.
Weitere Informationen
Den vollständigen Bericht «Beyond 2030: The Future of Life Sciences» finden Sie hier.
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Zurich Insurance Group (Zurich) ist ein führender globaler Mehrspartenversicherer, der vor mehr als 150 Jahren gegründet wurde. Das Unternehmen betreut heute über 82 Millionen Kunden in mehr als 200 Ländern und Gebieten und erzielt branchenführende Gesamtrenditen für seine Aktionäre.
Im Einklang mit dem Ziel «gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten», bietet Zurich Präventionsdienstleistungen an, die über traditionelle Versicherungsprodukte hinausgehen, um Kunden dabei zu unterstützen, Resilienz aufzubauen. Seit 2020 unterstützt das Projekt «Zurich Forest» die Wiederaufforstung und Wiederherstellung der Biodiversität im Atlantischen Regenwald in Brasilien.
Die Gruppe hat ihren Hauptsitz in Zürich, Schweiz, und beschäftigt weltweit mehr als 65'000 Mitarbeitende. Zurich Insurance Group AG (ZURN) ist an der SIX Swiss Exchange kotiert und verfügt über ein Level I American Depositary Receipt Programm (ZURVY), das ausserbörslich an der OTCQX gehandelt wird. Weitere Informationen über Zurich sind verfügbar unter www.zurich.com.